Kopfbäume und Naturschutz

Kopfbäume bieten, von der Wurzel bis zur Krone, einen unschätzbaren Wert für die Natur. Sie sind Lebenraum, Nahrungsquelle, Schutzraum und Brutstätte für zahlreiche, teils stark gefährdete Lebewesen wie Insekten, Vögel, Säugetiere, Pflanzen oder Pilze. Bis zu 200 Arten können auf, an und in einem Kopfbaum nachgewiesen werden.

Diese Vielfalt kommt dadurch zustande, dass besonders die älteren Kopfbäume verschiedene Zonen mit unterschiedlichen Bedingungen und Lebensräumen aufweisen. Das Holz ist von der jungen Rute bis zum alten Mulm, der aus alten Gehölzteilen entstanden ist, in unterschiedlichen Zersetzungsstufen vorzufinden. Zudem sind im Laufe der Jahre viele Höhlen entstanden, die z. B. von Höhlen- und Halbhöhlenbrütern aufgesucht werden. So auch vom Steinkauz, einer kleinen Eulenart, die bei niedriger Vegetation bevorzugt auf dem Boden u.a. nach Grillen oder Feldmäusen jagt. Eine immer ‘aufgeräumtere’ Landschaft macht auch diesem kleinen, sehr standorttreuen Vogel schwer zu schaffen.

Unsere Region ist durch die Landwirtschaft stark geprägt. Wälder sind sehr kleinflächig vorhanden, der Bedarf nach natürlichen Höhlen und Totholz enorm. Kopfbäume bieten hier eine wichtige Funktion als sogenannte “Trittsteine”, da sie die vielen kleinflächigen Lebensräume miteinander vernetzen können.

Aber irgendwann sterben auch die artenreichsten Kopfbäume ab. Also müssen wir schon jetzt aktiv werden und neue Kopfbäume pflanzen. Hier gibt es Tipps zum Pflanzen von Kopfweiden.

Tipps zum Pflanzen von Kopfweiden

Standort: Kopfweiden wachsen idealerweise an feuchten und sonnigen Standorten. Sie sollten daher in der Nähe von Gewässern auf freuchtem Grünland oder an Böschungen gepflanzt werden, wachsen aber auch auf etwas trockeneren Standorten.

Vorgehen: Kopfweiden können sehr gut über die sogenannte vegetative Vermehrung vermehrt werden. Dazu schneidet man von bestehenden Weiden eine oder mehrere etwa 2-3 m lange Ruten/Äste mit maximal 15 cm Durchmesser ab. Diese können vor der Einpflanzung über einen längeren Zeitraum in ausreichend Wasser gestellt werden. Sie sollten etwa 80 bis 100 cm tief eingegraben werden, damit sie nah am oder im Grundwasser wurzeln können. Die Wurzeln bilden sich unterirdisch in der Rinde des Astes und versorgen den neuen Baum mit allen wichtigen Nährstoffen und Wasser.

Zeitraum: Der ideale Zeitpunkt ist von Oktober bis März.

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